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Noch
ist die blühende, goldene Zeit Noch ist die blühende,
goldene Zeit; O du schöne Welt, wie bist du so weit! Und so weit
ist mein Herz, und so blau ist der Tag, Wie die Lüfte durchjubelt vom
Lerchenschlag. Ihr Fröhlichen, singt, weil das Leben noch mait:
"Noch ist die schöne, die blühende Zeit, Noch sind die Tage der
Rosen!" Frei ist das Herz und frei ist das Lied, Und frei ist der
Bursch', der die Welt durchzieht, Und ein rosiger Kuss ist nicht minder
frei, So spröd' und verschämt auch die Lippe sei. Wo ein Lied
erklingt, wo ein Kuss sich beut, Da heißt's: Noch ist blühende,
goldene Zeit, Noch sind die Tage der Rosen!" Ja im Herzen tief innen
ist alles daheim, Der Freude Saaten, der Schmerzen Keim. Drum frisch
sei das Herz und lebendig der Sinn, Dann brauset, ihr Stürme, daher
und dahin! Wir aber sind allezeit zu singen bereit: "Noch ist ja die
blühende, goldene Zeit, Noch sind die Tage der Rosen!" Otto
Roquette 1824- 1896
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