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Jüngst
trieb es mich in Wald hinaus Jüngst trieb es mich in Wald
hinaus, Kaum weiß ich recht warum; Des Försters altes
Giebelhaus Ging mir im Sinne um. Da äugte aus dem dunklen
Tann Ein Rehlein scheu hervor. "Hab' acht!" so sprach's, "du
Wandersmann, Hab acht vorm Feuerrohr! Der Grünrock ist ein
arger Wicht, Sein Blei trifft allzu gut, Er schont das Herz im Leibe
nicht, Hab' acht, du junges Blut!" Und weiter schritt ich durch
den Tann, Vom Zweig die Drossel schlug: "Hab' acht, dir frohgemuter
Mann, Hab' acht vor Waidmannstrug! Der Grünrock sitzt am
Vogelherd, Sein Garn hält allzu gut Und ist dir deine Freiheit
wert, "Hab' acht, du junges Blut!" Und wo am dichtesten der
Tann Da schlich ein Füchslein sacht: "Hab' acht du unbedachter
Mann, Vor Jägertrug hab' acht! Der Grünrock ist ein
böser Geist, Sein Eisen klemmt gar gut; Und wenn dir lieb dein
Leben ist, "Hab' acht, du junges Blut!" Und eh' ich's noch
bedenken kann, Wo an, wo aus, wo ein, Da tritt heraus aus dunklem
Tann Des Försters Töchterlein. Du süßes
Schelmenangesicht, Dein Blick traf allzu gut; Du schonst das Herz im
Leib mir nicht - O weh mir junges Blut! O weh, mich hält das
Netz umgarnt! War ich der Fallen blind? Wer hat mich auch vor dir
gewarnt, Rehäugig Försterkind? Edwin Bormann 1851 -
1912
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