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Blaue
Blüten, die zur Gabe Blaue Blüten, die zur Gabe Er
beim Abschied mir gebrochen, Die ich nun bewahret habe Sorgsam
über Tag' und Wochen! Wenn der Abend mild gefächelt,
Tränk' ich euch aus frischem Bronnen; Und ich hab' euch
angelächelt, Wann die Luft nicht wollte sonnen Hier in
euren Augen stehn Seh' ich meine Perlentropfen. Wie ich still euch
angesehn, Fühlet ihr mein Herz nicht klopfen? Meiner
Hoffnung Wassergarten, Blühe, blühe, blühe doch!
Meinen Liebsten zu erwarten, Daure, daure, daure noch! Fallen
sah ich doch mit Schaudern Eine Blüte nach der andern. Will der
Liebste länger zaudern, Müsst ihr aus dem Fenster wandern.
Zu der Mutter sprach ich heute: Wenn der Freund mir heut' nicht
kommt, Welken meine Wiesenbräute, Dass nicht mehr die Pflege
frommt. Und ich sah die Blumen an, Und es klopfte stark am Tor.
Als die Mutter aufgetan, Trat mein Liebster rasch hervor.
Lasst euch nun zum Abschied grüßen, Welke Blumen, geht hinaus!
Dieser bringt mir mit von Küssen Einen frisch erblühten
Strauß. Friedrich Rückert 1788-1866
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