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Tausend
Nachtigallen Tausend Nachtigallen Sind in meiner Brust,
Durcheinander schallen Hör' ich sie mit Lust. Tausend
Frühlingsrosen Blüh'n in meinem Tau, Und mit jeder kosen
Will ein Ostwind schlau. Tausend Liebessterne Steh'n in
meiner Luft, Und ich lauschte gerne, Wie mir jeder ruft.
Tausend Edelsteine Sprüh'n in meinem Schacht, Hell vom bunten
Scheine Flimmt des Herzens Nacht. Und das Sprüh'n und
Flimmen Hält den Blick umflirrt, Im Gewühl der Stimmen
Ist das Ohr verirrt. Traumgefühle schweifen Um im Meer von
Glanz, Können nicht ergreifen Der Gestalten Tanz. Aus
den Einzelheiten Keiner Einheit Chor, Aus den Farben schreiten
Will kein Bild hervor. Kommt mit leisem Tritte, Liebe,
Schöpfungsgeist, In des Herzens Mitte, Wo die Schöpfung
kreist! Wie du vorgetreten, Sonne, sichtbarlich,
Müssen die Planeten Alle dreh'n um dich. Wie du stehst
alleine, Fürstin im Harem, Reih'n sich Edelsteine Dir zum
Diadem. Alle Frühlingsrosen Werden dir ein Kranz,
Buntes Farbentosen Schmilzt in deinen Glanz. Aller Lieder
Schallen Untergeht in dir, Und die Nachtigallen Freimunds
schweigen hier. Friedrich Rückert 1788-1866
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