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Süßer
Freund, du blickest Süßer Freund, du blickest Mich
verwundert an, Kannst es nicht begreifen, Wie ich weinen kann.
Lass der feuchten Perlen Ungewohnte Zier Freudenhell erzittern
In den Wimpern mir! Wie so bang dem Busen, Wie so wonnevoll!
Wüßt' ich nur mit Worten, Wie ich sagen soll! Komm
und birg dein Antlitz Hier an meiner Brust! Will ins Ohr dir
flüstern Alle meine Lust. Weißt du nun die
Tränen, Die ich weinen kann, Sollst du sie nicht sehen, Du
geliebter Mann; Bleib an meinem Herzen, Fühle dessen Schlag,
Dass ich fest und fester Nur dich drücken mag! Hier an
meinem Bette Hat die Wiege Raum, Wo sie still verberge Meinen
holden Traum; Kommen wird der Morgen, Wo der Traum erwacht, Und
daraus dein Bildnis Mir entgegen lacht. Adelbert von Chamisso
1781-1838
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