| |
O
lass dich halten, goldne Stunde O lass dich halten, goldne
Stunde, Die nie so schön sich wieder beut! Schau, wie die
Mondnacht in die Runde All ihre weißen Rosen streut. Der Tages
Stimmen fern verhallten, Nicht Worte stören, nicht Gesang Des
stillsten Glückes innig Walten, Nach dem die ganze Seele drang.
So Brust an Brust, so ganz mein eigen, So halt' ich dich, geliebtes
Bild. Es rauscht die Nacht, die Lippen schweigen, Und Seele tief in
Seele quillt. Ich bin dein Glück, du meine Wonne, Ich bin dein
Leben, du mein Licht: Was soll uns Tag, was soll uns Sonne? Du
schöne Nacht, entflieh uns nicht! Otto Roquette 1824-1896
|
|