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Liebesgedichte:
romantische Gedichte |
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In
diesem Walde möcht' ich wohnen In diesem Walde möcht'
ich wohnen, Der freie Jäger möcht' ich sein, Der in die
dunklen Laubeskronen Sich hat gepflanzt sein Haus hinein. Der
erste Strahl der Sonne schauet Durch Tannengrün in's Schlafgemach,
Wo ihm der Schlaf im Aug' zertauet, In Liebchens Armen wird er wach.
Sogleich mit seinen treuen Hunden Zieht er hinaus durch Wald und
Flur Und hat im Morgentau gefunden Des Hirsches und des Rehes Spur.
Der Schütze jauchzt, die Hunde bellen, Das scharfe Rohr
gibt seinen Knall, Und Jägerruf und Waldhorngellen Erweckt im
Forst den Widerhall. Doch drinnen sitzt im Morgenhäubchen
Feinsliebchen, atmet Waldesduft Und horcht, wie Amsel, Fink' und
Täubchen Den Morgengruß in's Fenster ruft. Sie
hört im Forst die Zweige flüstern, Dass sie ein süßes
Grausen spürt, Und auf dem Herd die Flammen knistern, Die sie
mit duft'gem Kien geschürt. Wie lange mag der Liebste
säumen Bei seiner lust'gen Jägerei? Der stille Strom mit
Silberschäumen Fließt an des Gärtchens Zaun vorbei.
Sie schürzt sich auf als Fischermädchen Und sitzt an
Waldstroms grünem Rand; Die Angel schwebt am leisen Fädchen,
Dann spielt der Fisch in ihrer Hand. Und wenn der Jäger
kommt nach Hause Und bringt das Wildbret für den Tisch, Wird
erst das Mahl zum leckern Schmause, Den Jäger überrascht der
Fisch. Es haben sich die müden Rüden Im hohen Gras zur
Ruh gelegt, Weil auch den Jägersmann, den müden, Die Laub'
in kühlem Schatten hegt. Er horcht, entschlummernd, auf das
Gleiten Des Stroms, der leis hinunter zieht. Die Liebste schmiegt
sich ihm zur Seiten Und wiegt ihn ein mit einem Lied: Ihr
Hirsch' im grünen Wald, ihr Rehe, Nun lagert euch an kühler Flut
Und sorget nicht, dass euch geschehe Ein Leid, denn euer Schütze
ruht! Du schau' mir, hohe Mittagsonne, Nicht durch die laub'ge
Nacht herein; Und was du spähst von unsrer Wonne, Das lass der
Welt verschwiegen sein! Ihr Stromeswellen, die ihr rauschet
Hinaus in's Land vom grünen Wald, Sagt's Keinem, dass ihr habt
belauschet Hier unsrer Freuden Aufenthalt! Friedrich Rückert
1788-1866
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