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Liebesgedichte:
romantische Gedichte |
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Geliebte,
wenn du fremde Klänge Geliebte, wenn du fremde Klänge
Hast hier in deinem Lied entdeckt; Sie sollen schildern das
Gedränge, Das mir im Busen war geweckt. Gedränge
gärender Gefühle, Geweckt von deinem Liebesblick, Wie
ahnende Gewitterschwüle Vor höchstem, nahendem Geschick.
In dunkle Ferne griff die Ahnung Nach tief ersehntem Herzbedarf,
Und sah nicht, wie mit sich'rer Bahnung Das Glück dazu den Weg
entwarf. Noch einmal sollte sich die Dichtung In alles Dichtens
Überschwang Erschöpfen, bis durch Selbstvernichtung Aus ihr
die Wirklichkeit entsprang. Nach Sonnen langt' ich und nach Sternen,
Die ich erschuf in meinem Traum; Und was ich sucht' in Himmelsfernen,
Stand lächelnd nah' im Erdenraum. Du hattest tiefer nicht
empfunden, Doch klarer, was auch ich empfand, Und lächeltest,
bis mir geschwunden Die Täuschung, die dich nie umwand. Da
sanken alle Nebel nieder, Und deutlich tratest du hervor; Und nun
hör', o Geliebte, wieder Ganz deiner eignen Lieder Chor.
Lass auch das erste mich erneuen, Das dort im Garten mir entsprang,
Als frühe Werbung nur den scheuen Flug noch um deinen Schleier
schwang. Derselbe Schleier ist's, der grüne, Der,
längst entwandt dem Angesicht, Als Vorhang einer andern Bühne
Mir noch gefällt, und minder nicht. Er flattert dort nun um
die Wiege, Dem neugebornen Rosenblatt Zu wehren ab die Stubenfliege,
Und wehrt sie nicht, weil Riss' er hat. Friedrich Rückert
1788-1866
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