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Liebesgedichte:
Liebeszauber |
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Zünde
nur die Opferflamme Zünde nur die Opferflamme Immer
höher, heller an; Was an mir von Erden stamme, Dass ich's ganz
dir opfern kann! Du ein Blitz aus Himmelslichte, Glanz von
reinerer Natur, Strahl von Gottes Angesichte, Und ich bin von Staube
nur. O wie kniet in tiefer Kleinheit Meine Liebe neben dir!
Wie in hoher Engelsreinheit Schwebst du lächelnd über mir.
Hebe mich auf deine Flügel, Löse meinen dumpfen Traum,
Nimm mir ab die schweren Zügel, Die mich niederziehn zum Raum.
Hauche doch die Sinnumdüstrung Mir vom Seelenspiegel fort,
Brich mir doch die Wahnumflüstrung, Brich sie durch dein klares Wort.
Ird'sches Feuer in den Adern, In den Blicken trübe Glut,
In der Brust verworrnes Hadern - Mache, dass der Aufruhr ruht!
Mache, dass mein Ich mir schwinde, Das mich mit mir selbst entzweit,
Dass ich Gott und dich empfinde Und die Welt in Einigkeit.
Friedrich Rückert 1788-1866
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