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Sie
sah den Liebsten schweigend an Sie sah den Liebsten schweigend an,
Sie sucht' ein Wort, auf das sie sann. Sie dachte, und in Duft
zerfloss Des Denkens Faden, den sie spann. Empfindung tauchte auf, als
wie Die Nymph' aus Fluten dann und wann, Und tauchte wieder in die
Flut, Als ob es sie zu reu'n begann. Die Seele war der Knospe
gleich, Die will und sich nicht auftun kann. Sie lächelte, als
staunte sie In sich ein holdes Rätsel an. Sie atmete, als ob
auf's Herz Ihr drück' ein süßer Zauberbann. Sie
blickte wie nach einem Traum, Der schwimmend nicht Gestalt gewann.
Sie flüsterte, es war kein Wort, Ein Hauch nur, der in Duft zerrann.
Sie flüstert' ihm das Wort ins Herz: Du bist ein sehr geliebter
Mann! Du bist ein sehr geliebtes Weib! So sprachen sie und schwiegen
dann. Friedrich Rückert 1788-1866
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