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Erinnerung
Und hast du recht geliebt einmal, Sei dir's zur Freude, sei's zur
Qual, O halte das Gedächtnis fest, Auf dass es nimmer dich
verlässt! Gib ihm als deinem besten Schatz, Im tiefsten
Herzen einen Platz, Gleich wie ein liebes Grab man pflegt Und es mit
Blumen eng umhegt. Und jeden Gruß, den du geschickt, Und
jeden Kuss, der dich erquickt, Und selbst der Trennung bittern Schmerz
- O, schließ es alles treu ins Herz! Auf dass, wenn einst
nach Jahren spät Der Frost des Alters dich umweht, Du an
verschwundner Tage Glück Noch laben magst den müden Blick.
Und wie von Weines edlem Nass Den Duft bewahrt das leere Fass, So
spielt um dich Erinnerung Und macht das alte Herz dir jung. Die
Rose welkt wohl über Nacht, Vergänglich ist der Erde Pracht,
Nur was du liebst, o Herz, ist dein: Das soll dein Trost im Sterben sein!
- Robert Prutz 1816-1872
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