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Liebesgedichte:
Liebeserklärung |
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Ich
bin die Rose auf der Au Ich bin die Rose auf der Au, Die still
in Düften leuchtet; Doch du, o Liebe, bist der Tau, Der
nährend sie befeuchtet. Ich bin der dunkle Edelstein, Aus
tiefem Schacht gewühlet; Du aber bist der Sonnenschein, Darin er
Farben spielet. Ich bin der Becher von Kristall, Aus dem der
König trinket; Du bist des Weines süßer Schwall, Der
purpurn ihn durchblinket. Ich bin die trübe Wolkenwand, Am
Himmel aufgezogen; Doch du bist klar auf mich gespannt Als bunter
Regenbogen. Ich bin der Memnon stumm und tot Von Wüstennacht
bedecket; Du hast den Klang als Morgenrot In meiner Brust erwecket.
Ich bin der Mensch, der vielbewegt Durchirrt das Tal der
Mängel; Du aber bist's, die stark mich trägt, Ein lichter
Gottesengel. Emanuel Geibel 1815-1884
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