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Mein
Liebster geht, die Welt sich zu beschauen Mein Liebster geht, die
Welt sich zu beschauen. Nun zeig' in deinem Glanz' dich, schöne Welt!
Im rechten Licht zeig' ihm dich unverstellt, Dass er zu dir mag
fassen ein Vertrauen! Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen
Im Spiegel, den ihm meine Liebe hält. Entrollt euch seinen Blicken,
Stadt und Feld! Zeuch ihm vorüber, Land mit deinen Gauen! Mein
Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, Wie sein erobert Land beschaut
ein Held; Und wie es dar sich seinen Augen stellt, Verfügt er
drüber mit dem Wink der Brauen. Mein Liebster geht, die Welt sich zu
beschauen, Wie ein Nomade mit dem leichten Zelt; Sein Haushalt ist im
Augenblick bestellt, Wo er es aufschlägt auf den grünen
Auen. Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, Ihr Schatten
rauschet und ihre Lüfte schwellt! Ihr Gärten grünet, und
ihr Ströme quellt! Lass, Himmel, Sonnenschein und Regen tauen!
Mein Liebster geht, die Welt sich zu beschauen, Und sie ist ganz zu seiner
Wahl gestellt, So weit als Gottes Frühlingslicht erhellt, Die
grünen Räum' und oben her die blauen. Mein Liebster geht, die
Welt sich zu beschauen, Und ungesehen geh' ich ihm gesellt, Und wo es
ihm und wo es mir gefällt, Da wird er sich und mir die Hütte
bauen. Friedrich Rückert 1788-1866
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