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Endlich
hab' ich das errungen Endlich hab' ich das errungen,
Liebster, es zu fühlen ganz. Dass dich ebenso durchdrungen Hat,
wie mich, der Gottesglanz. Den Gedanken musst' ich wälzen
(War es Demut, war es Stolz?), Ob du so mir könntest schmelzen,
Wie dir meine Seele schmolz. Doch nun fühl' ich, dir gehör'
ich Mehr nicht, als du mir gehörst, Und dir nichts im Herzen
schwör' ich, Was du nicht entgegen schwörst. Ob du
Tage lang mich meidest, Ob du nicht ein Wort mir gibst, Ob du ohne
Kuss mir scheidest, Fühl' ich doch, dass du mich liebst.
Jetzo kann ich in die Ferne Ruhig, Freund, dich ziehen sehn, Und du
bleibst gleich einem Sterne Fest an meinem Himmel stehn. Friedrich
Rückert 1788-1866
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