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Liebeständelei
Süßes Liebchen, komm zu mir! Tausend Küsse geb'
ich dir, Sieh mich hier zu deinen Füßen. Mädchen,
deiner Lippen Glut Gibt mir Kraft und Lebensmut. Lass dich
küssen! Liebchen, warum zierst du dich? Höre doch und
küsse mich! Willst du nichts von Liebe wissen? Wogt dir nicht
dein kleines Herz Bald in Freuden, bald in Schmerz? Lass dich
küssen! Mädchen, werde doch nicht rot! Wenn's die
Mutter auch verbot, Sollst du alle Freuden missen? Nur an des
Geliebten Brust Blüht des Lebens schönste Lust. Lass dich
küssen! Sieh, dein Sträuben hilft dir nicht; Schon hab'
ich nach Sängers Pflicht Dir den ersten Kuß entrissen - Und
nun sinkst du liebewarm Willig selbst in meinen Arm, Lass dich
küssen! Theodor Körner 1791-1813
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