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Der
Kuss O wer den Kuss erfunden, Der Liebe süßen
Kuss, Der hat es tief empfunden, Mit schmerzlichem Verdruss, Dass,
um der Lieb' Entzücken Ihr Hoffen, ihren Harm, Ihr Sehnen
auszudrücken, Die Sprache viel zu arm. Wie schaute der
verlegen In Liebchens Angesicht, Als für des Herzens Regen Er
fand die Worte nicht! Da half, sein Leid ermessend, Ein guter
Genius: Und Lipp' auf Lippe pressend Erfand er so den Kuss.
Als sich das zugetragen, Da gab's noch kein Patent; Drum konnt's ein
jeder wagen, Und nimmer nimmt's ein End: Wo sich zwei Herzen
finden, Gibt's Wort-Verlegenheit, Und drum in Küssen
künden Sich beide Lust und Leid. Theodor Winkler 1775 -
1856
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