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Das
Mädchen und der Schmetterling Süßes Liebchen, komm
zu mir! Tausend Küsse geb' ich dir, Sieh mich hier zu deinen
Füßen. Mädchen, deiner Lippen Glut Gibt mir Kraft und
Lebensmut. Lass dich küssen! Lustwandelnd schritt ein
Mädchen In kühlem Waldesgrund, Und als sie dort sich
bückte, Zum Strauß sich Blumen pflückte, Da kam ein
bunter Falter Und küsste ihren Mund. "Verzeih' mir," sprach
der Falter, "Verzeih' mir mein Vergehn! Ich wollte Honig nippen Und
hatte deine Lippen, Dein rotes, rotes Mündchen Für Rosen
angesehn." Da sprach zu ihm das Mädchen: "Für diesmal,
kleines Ding, Will ich dir gern vergeben; Doch merke dir daneben:
Nicht blühen diese Rosen Für jeden Schmetterling."
Rhingulf Eduard Wegener geb.1821
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