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Liebesgedichte:
Ich liebe dich |
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Das
Abendglöcklein hört' ich klingen Das Abendglöcklein
hört' ich klingen Bald klang es leis, bald klang es laut Galt's
eines Herzens letztem Ringen? Galt's einer myrthenschmucken Braut? Im
Klange sprach ein leises Mahnen: So tönet voll beglückter
Pein, So muss das schwärmerische Ahnen Der Liebe sein! Es
summte auf dem Blumengrunde Es trank aus einem Honigkrug Das Bienchen
mit dem süßen Munde Das heimlich doch den Stachel trug Im
Summen sprach ein leises Mahnen: So sticht voll Lust, so sticht voll
Pein, So muss das schwärmerische Ahnen Der Liebe sein!
Die Nachtigall vernahm ich schlagen So freudiglich, so wehmutsvoll, Als
ob ihr bei des Liedes Klagen Die Träne aus dem Auge quoll Im Liede
sprach ein leises Mahnen: So tönt in Lust, so tönt in Pein So
muss das schwärmerische Ahnen Der Liebe sein! Ach, und des
Abendglöckleins Klagen Dies Bienensummen fern und nah Und dieses
Nachtigallenschlagen Vernahm ich, als ich dich ersah Erst rauschten
wirr die Klänge alle Bald wehmutsvoll, bald freudiglich Und
starben dann in einem Halle: "Ich liebe dich!" Karl Isidor Beck
1817-1879
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