| |
Sieh'
Herz! wie sich die Menge Sieh' Herz! wie sich die Menge Treibt
ohne Ruh' und Rast, Sag', ob du in's Gedränge Dich Lust zu
stürzen hast? Nein! gehe du beiseite Und trinke deinen
Wein; Es muss in tollen Zeiten Auch Einer weise sein. Verlass
des Marktes Lärmen, Geh' mit dem Lenz in's Feld; Und willst du,
Herz, dich härmen, So sei's nicht um die Welt. O klage, dass
sich neige Die Liebe deinem Fleh'n, So lang' im Saft die Zweige Der
flücht'gen Neigung steh'n. Friedrich Rückert 1788-1866
|
|