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frage nicht O frage nicht, Was auf des Auges stillem
Grunde Mir oft wie eine Träne bebt, Was schüchtern oft von
meinem Munde Wie ein verstohl'ner Seufzer schwebt! Es ist ein Wort,
unausgesprochen, Ein selig goldnes Traumgesicht, Und nur mein Blick,
mein Herzenspochen Verrät es dir - o frage nicht! O frage
nicht, Was ruhelos in deine Nähe Mich wie ein Zauber mächtig
bannt, Warum ich dennoch seitwärts stehe, Wenn du mich
lächelnd kaum erkannt! Von Schmetterlingen rings umgaukelt,
Genährt vom ersten Sonnenlicht, Ein Röschen du, vom West
geschaukelt, Entblättert ich - o frage nicht! O frage
nicht, Zu welcher frühen Sonnenwende Mein kurzes Leben sich
gesenkt, Zu welchem Abgrund, welchem Ende Mein milder Fuß
hinunterlenkt! Dir sei die Welt ein ew'ger Morgen Voll Maienglanz und
Duft und Licht, Was Schmerzen sind, dir sei's verborgen, Leb' wohl,
vergiss - und frage nicht! Robert Prutz 1816-1872
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